Das Baurecht rund um den Fertiggaragenbau

Bauen ist in Deutschland Ländersache. Daher gibt es hier ganze 16 Bauordnungen, in denen jedes Bundesland für sich das Baurecht regeln. Das bedeutet, dass es nicht unbedeutend ist, wo man seine Fertiggarage bauen möchte. Das Bundesland, in dem das Haus und die Garage steht, kann darüber entscheiden, ob ich z. B. eine Baugenehmigung brauche oder nicht. Und wie groß ich eine Garage bauen kann, für die ich keine Baugenehmigung brauche.

Bevor es an die Garagenplanung geht, sollte geprüft werden, ob eine Baugenehmigung notwendig ist.
Bevor es an die Garagenplanung geht, sollte man recherchieren, ob eine Baugenehmigung notwendig ist. (Foto: Corinne Kutz, Unsplash)

Da das Einreichen eines Bauantrags nicht von jedem gemacht werden darf, sondern nur von sog. Bauvorlageberechtigten, und da der behördliche Verwaltungsakt selbstverständlich auch etwas kostet, kann die Frage nach der Baugenehmigung auch bares Geld kosten oder sparen helfen.

Baurecht beachten: Wo steht was?

Die Bauordnungen der Länder, in denen geregelt ist, ob ein Bauherr seine Fertiggarage mit oder ohne Baugenehmigung bauen darf, wird von dem Ministerium veröffentlicht, das das Resort Bauen innehat. Auch das ist von Land zu Land verschieden. Will man seine Bauordnung einsehen, hilft ein Blick auf die Ministeriumswebseiten. Alle Bauordnungen orientieren sich an einer Muster-Bauordnung, die der Bund verabschiedet. Daher ist es trotz Förderalismus nicht so, dass sich die Bauordnungen grundlegend unterscheiden.

Begriffsklärung

In den meisten Fällen steht im Paragraf 2 der Bauordnung, was genau das Bauordnungsrecht unter einer Garage versteht, d. h. eine Definition des Begriffs. Fertiggaragen sind häufig gar nicht als Gebäude im rechtlichen Sinne definiert, sondern als ein Bauprodukt.

Sind Garagen in Abstandsflächen möglich?

Meist in Paragraf 6 ist vorgeschrieben, ob ein Bauwerk sog. Abstandsflächen auslöst. Das bedeutet, dass um das Gebäude herum Flächen freibleiben müssen und nicht bebaut werden dürfen. Das ist z. B. bei einem Wohnhaus der Fall. Ein zweites Wohnhaus auf dem Nachbargrundstück darf nicht zu eng an das anderen herangebaut werden. Untergeordnete Gebäude, wie z. B. Garagen dürfen jedoch, unter bestimmten Auflagen, auch in die freizuhaltende Fläche des Hauptgebäudes gesetzt werden.

Brauche ich eine Baugenehmigung?

Meist in Paragraf 63 ist geregelt, ob der Bau eines bestimmten Gebäudes „verfahrensfrei“ ist, d. h. ob man z. B. für die Errichtung einer Garage eine Baugenehmigung benötigt. Ein Blick in die Bauordnung zeigt also, ob man einen Bauantrag stellen muss oder nicht. In unserer Übersicht finden Sie Angaben zum Baurecht in Ihrem Bundesland.